Der Genius Fleischzartmacher im Praxistest
Dienstag, 18. November 2008 von airportibo
In einem Fernsehbericht wurden kürzlich verschiedene Methoden vorgestellt, um ein Steak besonders zart hinzubekommen. Da der Einsatz von Dynamit doch etwas aufwendig erschien, habe ich mich entschlossen einen so genannten “Steaker” auf eBay zu kaufen. Bei meinem Modell handelt es sich um den Fleischzartmacher von Genius. Der Gegner im heutigen Test ist ein 300g schweres Entrecote vom Metzger meines Vertrauens.
Der Fleischzartmacher (aka Steaker) erinnert an einen Stempel, mit dem Unterschied, dass sich hier an der Unterseite messerscharfe angewinkelte Klingen befinden. Für die Behandlung drückt man den Fleischzartmacher von beiden Seiten mehrfach auf das Steak. Hierbei durchschneiden 15 scharfe Edelstahlklingen das Fleisch und sollen hierbei Proteinketten im Steak-Inneren zertrennen.
Laut Packungsangabe verkürzt sich die Garzeit durch diese unsanfte Behandlung um bis zu 40 Prozent. Marinaden dringen schneller und tiefer ein, die Gewürzaromen verteilen sich gleichmäßiger und intensiver. Das Fleisch soll – so die Aussage – gleichmäßiger durch und durch gegart werden.
Der Test beginnt. Nachdem ich das Entrecote von beiden Seiten ausgiebig gelöchert habe, reibe ich es mit etwas Salz ein. Die Löcher im Fleisch sind fast nicht erkennbar und verschwinden beim Braten vollständig. Was mir nach einer ungeplanten 10 Minütigen Unterbrechung des Tests jedoch auffällt: Während der Wartezeit ist zusätzlich Fleischsaft aus dem Steak ausgetreten. Man sollte sich also nach der Behandlung beeilen das Steak in die Pfanne zu bekommen.
Zumindest gefühlt stimmt die Angabe zur kürzeren Garzeit. Ich kann das Entrecote gerade ein Mal umdrehen und schon ist es fertig. Am dünneren Ende ist es für meinen Geschmack sogar schon etwas zu durchgebraten. Also schnell raus aus der Pfanne und noch 5 Minuten auf dem vorgewärmten Teller abgedeckt ruhen lassen.
Als nächstes kommt der Geschmackstest. Das Entrecote schmeckt sehr saftig und zart. Sogar das etwas zu durchgebratene, dünnere Ende ist nicht trocken geworden. Sollte der Einsatz des Fleischzartmachers erfolgreich gewesen sein? Schwere Frage! Leider habe ich vergessen ein Stück Referenz-Fleisch ohne Sonderbehandlung zu braten. Ich kann nur sagen, das Entrecote hat ausserordentlich gut geschmeckt. Und mit vielen Gadgets in der Küche ist es ja eh die Tatsache sie zu besitzen und einzusetzen, was den eigentlichen Reiz ausmacht. So ist der Fleischzartmacher ein Gerät, das man sicherlich nicht besitzen muss, aber wohl so etwas wie das Plazebo für Steak-Köche.
Tags: Entrecote, Mett-Tools, Praxistest, Steak








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Dienstag, 18. November 2008 um 17:46
Auch sehr geile Fotos von dem Fleischzartmacher! :)
Das Teil gibt’s sogar mit 42 Klingen! Was ich nicht ganz verstehe ist, ob das tatsächlich so gut für Fleisch, Geschmack etc ist. Man sagt doch beim Grillen bspw. immer “Nicht ins Fleisch stechen”?
Dienstag, 18. November 2008 um 18:14
Die These ist, dass durch das Zerschneiden der Eiweisstränge während dem Braten weniger Flüssigkeit austritt. Die Eiweisstränge ziehen sich nämlich während dem Braten zusammen und drücken so die Flüssigkeit aus dem Fleisch.
Das Lager der Steaker-Gegner hält es grundsätzlich für einen Frevel ein Stück Fleisch derart zu behandeln und sagen, dies sei nur bei sehr minderwertiger Ware nötig.
Dienstag, 18. November 2008 um 20:45
nach dem Porenschliessen das Porenöffnen ? Mich schaudert vor dem Apparat.
Samstag, 24. Januar 2009 um 15:28
tol gemacht, aber das du dir solche mühe machst und dann kein fleisch zum vergleichen hast ist natürlich schon SEHR suboptimal :)
Samstag, 24. Januar 2009 um 15:46
Stimmt, aber ich habe mir letztens wieder ein Stück Fleisch gebraten und war zu faul den Zartmacher rauszuholen. Und prompt war es nicht so zart wie gewohnt. Ich bilde mir zumindest ein, dass das Teil wirklich seinen Zweck erfüllt…
Dienstag, 28. Juli 2009 um 10:57
Wer einen sogenannten Steaker bentzen muss, kauft das Fleisch lieber bei einem anderen Metzger.
Wer das Fleisch allerdings “vergewaltigen” will, kann es billiger haben.
Man lege das Fleisch in ein Tiefkühlfach, lässt es stark anfrieren und taut es wieder auf. Das Fleisch ist nicht mehr zäh. Den Geschmack müssen dann die Gewürze bringen.
Übrigens, unser Tante Änne ist am liebsten Wiener Würstchen mit ´nem kg Senf.
F. B.
Samstag, 3. Juli 2010 um 19:45
Hier gibt es keine lieblingsfleischer um die ecke, bleibt nur Gourmet!
seit ich das Gerät besitze, habe ich keine Probleme mehr mit Koteletts und Schnitzel, haben heute wieder gut geschmeckt! Selbst ausprobieren, dann urteilen. Viel Spaß dabei!!!
Montag, 25. April 2011 um 19:06
Ich dachte mich trifft der Schlag, wie ich den Bericht über den Steaker gelesen habe.
Ich würde das Geld für den Steaker lieber sparen und dafür gescheites Fleisch kaufen.
Nicht umsonst behandelt der Gesetzgeber das durch den Steaker misshadelte Fleisch wie Hackfleisch, das am gleichen Tag der Misshandlung noch verzehrt werden muß.
Restaurants, die mit solch einem Teil arbeiten (was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann), sollte man meiden, da man dort bestimmt eine Beinscheibe für ein T-Bone Steak verkauft.
Dienstag, 26. April 2011 um 19:48
@henners: Da haste recht…!